Buona Sera…
Hallo meine lieben,
Seit dem letzten Eintrag gibt es einige Neuigkeiten. Nachdem mein Van-kauf, sowie diverse andere Angelegenheiten geregelt waren, entschieden wir uns von Hamilton nach Taupo zu fahren um dort weiter nach Jobs zu suchen sowie um die grandiose Landschaft besichtigen. Nach einer naechtlichen Tour in Taupo angekommen blieben wir auf einer Art Campingplatz ausserhalb der Stadt. Der anliegende Fluss war perfekt fuer die “Morgentoilette”.Den naechsten Tag verbrachten wir im hiesigen Burger King im Internet auf der Suche nach Jobs….leider mal wieder erfolglos. Den darauffolgenden halben Tag das gleiche Spiel. Frustriert von der Aussichtslosigkeit unserer Situation fuhren wir weiter suedlich um den grandiosen und riesigen Lake Taupo herum, in ein Gebiet im Tongariro National Park welches auf den Namen Whakapapa Village hoert.Auf dem Weg dahin besuchten wir auch noch einen Wasserfall der als Versteck fuer die Waldlaeufer von Gondor diente, genannt Heneth Annun. Ich selbst war zuerst in Whakapapa, da Pierre auf anderem Wege um den See herum fuhr. Somit trieb ich meinen Van den Berg hinauf um nach ca. 1000 meter Aufstieg in totalem Nebel zu enden.(Sicht 15-20 m).Doch das hielt mich nicht davon ab mit meiner sensationellen Geschwindigkeit von 20 km/h weiter hoch zu gurken. Oben im Skigebiet ( ja es liegt noch vereinzelt Schnee), begab ich mich auf die Suche nach einigen Schauplaetzen von Mordor und den Emyn Muil. Aufgrund des Nebels und der kuehlen Atmosphaere wurde ich von meiner Erkundung auch nicht enttaeuscht. Ich kraxelte den Berg hinauf und war fasziniert von so manchem Ausblick den man doch sofort aus den Filmen erkannte. Die zunehmende Kaelte (-5 Grad Celsius) brachte mich dann dazu wieder zurueckzukehren.In der Zwischenzeit erreichte auch Pierre das Dorf. Wir trafen uns unten und verbrachten die Nacht wiedereinmal auf einem Parkplatz. Am naechsten Tag wollten wir noch einmal hinauf damit auch Pierre das Naturschauspiel bewundern kann, in der Hoffung das Wetter waere besser. War es aber nicht. Wieder Nebel. Naja der Atmosphaere hat es gedient und so entstanden noch einige Bilder wie wir bspw. Isildur und Sauron an exakt der gleichen Stelle imitierten, wo erstgenannter letztgenanntem den Ring vom Finger schnitt.Mount Doom , den Schicksalsberg haette man von hieraus eigentlich auch sehen sollen, doch dieser versteckte sich geschickt im Nebel.
Diesen Abend ging es noch weiter ins Karottendorf Ohakune( Hier werden Karotten angebaut und die groesste Ernte irgendwann in den 30ern oder warens die 60er? Keine Ahnung, jedenfalls wurde diese mit der Erichtung einer ueberdimensional grossen Karotte gefeiert. Toll was?) . Wir checkten seit langem mal wieder in ein Hostel ein....und in ein Betruegerhostel noch dazu. Preise fuer eine Nacht von 30-40 Dollar die je nach Laune der Betreiber variierten. Das Zimmer teilten wir mit einem Neuseelaender aus Wellington der wohl in den "Skiferien" hier war. Es stellte sich heraus das er Kinderanimateur sowie Weltrekordhalter im: " weltgroesste Seifenblasen machen ", ist.( Er macht Blasen die ueber 2-3 meter gross sind. Eine kleine Demonstration fuer uns war ebenfalls dabei.Leider hatte dieser nette Mensch einen uebersteigerten sauerstoffdrang, sodass er jede Nacht das Fenster sperrangelweit aufriss um mit Schnappatmung das ersehnte Gas einzuatmen. Er musste natuerlich auch schon frueh um 6 zum Skilift fahren, um danach festzustellen das er geschlossen hatte. Die halbe Nacht verbrachte ich mit Jobsuche, die letztendlich auch erfolgreich war. Dazu spaeter mehr.... den naechsten Tag verbrachten wir wieder in Ohakune auf der Suche nach dem Drehort von einem Teil von Ithilien und exakt der Stelle an der Gollum seinen Fisch gefangen hat. Die Suche fuehrte uns mal wieder einen anderen Berg herauf zu den Mangawhero Falls, die wir aber zunaechst nicht fanden. Ich fuhr also mal wieder auf den ganzen Berg. Oben war ALLES voller Schnee und es wehte ein eisiger orkanartiger Wind der auch gleich mal meine Autotuer beim oeffnen erfasste und fasst aus den Angeln riss. Seitdem knackt sie zwar aber schliesst zum Glueck noch. Auf dem Weg nach unten, nachdem wir einen geisteskranken Radfahrer( auf dem Berg im Schnee bei gefuehlten -10 Grad Celsius in kurzen Klamotten), fanden wir doch noch den ersehnten Drehort, welcher aber leider mit ein wenig weissem Pulver bedeckt war. Allerdings konnte man die Szenerie doch gut erkennen. Das gleiche Problem gabs beim Dreh wohl auch, denn da musste die hiesige Feuerwehr den ganzen Schnee wegwaschen und Andy Serkis ( Schauspieler Gollum) musste im Neoprenanzug durchs eiskalte Wasser hopsen.
Zurueck in Ohakune verstrich eine weitere Nacht. Am naechsten Morgen bekam ich einen Anruf.
Es war die Anfrage auf eine Bewerbung die ich geschrieben habe. Nach einigem Gespraech und der Frage ob ich denn am naechsten Tag anfangen koennte, hatte ich meinen Job. Daraufhin machte ich mich wieder auf den langen Weg von Taupo nach Port Waikato in dessen Naehe die Farm gelegen ist.
Somit hatte ich heute meinen ersten Arbeitstag als Farmarbeiter.
Meine Aufgaben hier scheinen vielfaeltig. Eingestellt wurde ich zwar als Traktorfahrer aber ausser das ich ein Feld gepfluegt habe , verbrachte ich den Grossteil des Tages hinter dem Traktor, damit beschaeftigt Furchen fuer Plastikplanen welche die Pflanzplaetze fuer Wassermelonen abdecken, zu schaufeln und die Planen zu ziehen.
Nach 9 Stunden Feldarbeit ist man schon ziemlich geschafft aber es soll ja auch mal wieder Geld reinkommen. Leider ist die Farm mitten im Nirvana. Die naechsten groesseren Orte sind jeweils 40 km entfernt. In einem davon befinde ich mich jetzt und zwar in Huntly im Mc Donalds. Habe soeben einen groesseren Einkauf im Supermarkt getaetigt um mich fuer die naechste Zeit aus meinem Van lebend , ernaehren zu koennen. Der Hoffung folgend, es gaebe hier Internet, begab ich mich also ins Mcdoof , doch meine Hoffnung wurde enttaeuscht.
Darum schreibe ich nun diesen Text und hoffe ihn bald irgendwann mal posten zu koennen.
Pierre war leider nicht erfolgreich bei der Suche und hat sich auf den Weg nach Napier gemacht. Ich hoffe ihm ist es soweit gut ergangen.
Der naechste Arbeitstag, mit 10 Stunden, ist nun auch vorbei. Heute galt es zwei weitere Felder umzugraben. Leichter gesagt als getan denn das Feld ist stellenweise derart von Schlamm duchzogen, dass es nicht immer einfach war hindurch zu kommen.
Die Nacht verbrachte ich wieder in aller Einsamkeit in meinem Van direkt am Feld.
Auch der dritte Arbeitstag liegt nun hinter mir.Es gibt jetzt auch ein paar ' Kollegen" die fuer das Pflanzen zustaendig sind. Ergo habe ich nicht zu viel mit ihnen zu tun. Naja aber wenn man mal einen erwischt ist es nicht schlecht wenn man mal reden kann. Dieser Tag war der bisher haerteste. Die von mir gestern gepfluegten Felder mussten nun wieder mit Plastikplanenreihen fuer die Wassermelonen eingedeckt werden. Das bedeutete also wieder hinter dem Traktor herlaufen, Folien spannen, einsetzen, die Enden eingraben und abschneiden, im Dreck rumwuehlen und die Maschinen justieren etc. Erschwerend kam allerdings hinzu, dass nach 12 Uhr ein anhaltender Regenguss einsetzte und sich natuerlich auch nicht mehr verduennisierte. Dazu noch ein schoen kalter Wind und es war perfekt. Nach weiteren 10 Stunden war ich komplett durchnaesst, von oben bis unten mit Schlamm bedeckt ( am Ende des Tages versank ich stellenweise bis zu den Knien im Schlamm)und es war eiskalt. Also beschloss ich, allen Sparmassnahmen zum trotz, der Gesundheit Vorrang zu gewaehren und fuhr die 30 km in die naechste Stadt um mir eine heisse Dusche zu goennen.
Internet gabs hier auch nur leider verweigerte dieses den Dienst und stuerzte aller 2 Minuten ab. Toll. Und dafuer bezahlt man dann 10 Dollar.
Die Nacht wieder im Van am Feld verbracht bekam ich heute morgen eine Sms( es ist Donnerstag der 15te). Da es die ganze Nacht und auch jetzt noch in Stroemen regnet, koennen wir heute nicht arbeiten. Somit bin ich mal wieder im Mc donalds um meine "elektronischen solziale Aktivitaetsmaschinen:( Netbook und Handy) aufzuladen.
Mal sehen was der Tag noch bringt.
Bis Bald.
Paul
Unsere umwerfenden Bilder
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