Huntly Motorcamp, 04.10.09, 21:29
Nach Rotorua sind wir also nach Reglan gefahren (jedesmal schreib ich die scheiß Städtenamen falsch...was soll man auch machen bei sowas wie Whakapapa etc.) und haben auf dem Kliff übernachtet und aufs Meer geschaut. Das Städtchen ist vollends von der Welt abgeschnitten und sehr idyllisch. Leider ist die Polizei sehr aufmerksam und jagt arme Leute, wie wir, die mit ihrer Karre auf dem Parkplatz übernachten. Ist hier strikt verboten. Paul hat sich ja beim Arbeiten den Fuß arg verknackst, daher konnte nur ich mich für einen Surflehrgang einschreiben. Eines meiner große Ziele in NZ. Am Abend sind wir dann nach Kawhia gefahren, dort gibt es einen weiteren Strand mit heißen Quellen. Leider war grad die Flut am werkeln und man muss ziemlich weit raus. Also eine weitere Übernachtung am Strand und am nächsten Vormittag erneut zum Strand. Ebbe kommt gegen um 2, ich hatte aber um 2 schon meine Surflektion. Um Mittag rum konnte man aber schon mit den Füßen leicht buddeln und es wird warm...sehr...warm.
Dann haben wir uns verabschiedet, Paul musste Montag wieder arbeiten und ich bin diese...modrige bescheidene Landstraße wieder nach Reglan. Natürlich zu spät angekommen. Also eine weitere Nacht Gitarre klimpern und dann ging es endlich los. Die Trockenlektion überwunden gings mit dem Lehrer und einer weiteren Stray(!)Deutschtouristin ab zum Strand. Die erste Welle kam und ich stand. (weitere Wellen waren schwieriger^^). Drei Stunden waren vorüber, ich fix und alle, hatte aber noch nicht genug, wieder auf dem Kliff übernachtet (am Morgen von einem Officer verwarnt) und weitere 4 Stunen Brett und Surfanzug ausgeliehen und ausprobiert. Alleine macht surfen allerdings nicht so viel Spaß und von den anderen Surfern hört man durch das Rauschen wenig nur ab und an Jubel, wenn einer steht und davonfährt oder ein "Jo, maaaan! Big wave maaan!" oder "Jo, maaan, how's it going, maaan?!"
Alles in allem eigentlich einfach: Brett schnappen, rauslaufen (man kann fast überall wo sich die Wellen brechen stehen), nervig ist dabei, dass ständig wasser von vorne kommt und arg salzig ist^^, dann sieht man die Welle kommen und muss sich fragen, ob man sie mag. Dies ist ein kritischer Moment, da man dann sein Brett wenden muss. Steht man längs zur Wellenlinie wirds Mist und man taucht 5m Richtung Strand wieder auf und kann sich erneut durchs Wasser schlagen. Ist man in Position: Rauf aufs Brett, paddeln, Hände links und rechts aufs Brett, hochstemmen, Knie drauf, zweites Bein hinterher, aufstehen grinsen und sich (von nicht vorhandenen Leuten) feiern lassen. Blöd dabei sind die Dumping-waves, diese Mistviehcher, die sich zwei Meter vor einem um die dreifache Größe aufstellen um einen dann unter sich zu begraben. Ich hab einmal nur noch ein "Wueey, maaaaaan!!!" gehört und war weg. Nach den ersten vier Stunden alleine surfen wollte ich noch auf die Berge um die Ecke steigen. 5 Stunden sollte die Tour gehen. In anderthalb war ich oben, der Pfad war im Gegensatz zu allen anderen Wanderwegen bisher seeeehr dünn und durchwachsen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, da der rest mich immer wieder an meine völlige Orientierungslosigkeit erinnert. Nur soviel:
Auf dem Weg bergab verschlimmerte sich das wetter und dichte Wolken kamen ringsrum auf, der Pfad war eigentlich ausgeschildert, ähnlich wie beim Bund der Weg zur Alarmstellung, nur ham die Leute eine
VERMALEDEITE
Abzweigung vergessen. Ich merkte, dass ich auf dem Holzweg war, als ich im modrigen selbigen hüfttief einsank, umdrehte, mir einen Beindicken Ast schnappte, der den Schütteltest auf Festigkeit überstand, den zweiten Arm um einen weiteren geschwungen, zog ich mich hoch. Der erste brach, der zweite knirschend ebenso und ich lag mit zwei zwei meter langen beindicken Hölzern im Dickicht. Merhfach habe ich danach den Pfad wieder gefunden und verloren. es wurde langsam dunkel, ich hatte keinen Bock mehr, schon 18:30 (15:30 bin ich los) also scheiß drauf und querfeldein runter.
Großer Fehler.
Ich schlug mich stundenlang durchs Dschungelgeäst durch einen Gebirgsbach weiter bergab. Um 23:00 Uhr bog ich links ab auf einen Farmhügel. Endlich kein Wald mehr. Klatschnass und schaute mich um. Scheiße, der Bach hatte eine 90 Grad Biegung gemacht und ich sah in weiter Ferne die Lichter von Reglan, musste aber in die andere Richtung. Da über dem Hügel hinter dem Bach war das Meer, jawoll, da muss ich hin. Also wieder in den Dschungel, ich lehnte mich gegen einen Baum, nachdem ich ihn erklomm um mich umzusehn (kein Mond, keine untergehende Sonne, keine Lichter, nur Wolken...und Busch) und schlief für zwei Stunden sofort ein. Der beginnende Regen hat mich aufgeweckt und ich war auf einmal wieder Richtung Bach gelatscht. Na toll. Um 02:00 ca. bog ich wieder zum Farmgelände hin und marschierte richtung Reglan, erreichte eine Stunde später die Straße und um vier früh war ich wieder im Auto. Neuseeländischen Dschungel mag ich jetzt nicht mehr.
Den Tag danach hab ich mich ausgeruht, heute war ich nochmal surfen und hab mich dann mit Paul in Hamilton getroffen. Er ist jetzt im Kino, hat morgen einen freien Tag, ich kann erst frühestens Montag weiterarbeiten und wir wissen grad ne was wir machen sollen. Paul schaut sich grad "This is it" erneut an und ich bin zum Campground in Huntly gefahren.
Ich möchte noch unbedingt Stefan nachträglich gratulieren. Alles Gute! und habe seit Tagen kein Geld mehr auf der Handykarte^^ wir telefonieren nachher.
Auf bald!
Unsere umwerfenden Bilder
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wuey danke dir recht herZZlich^^
AntwortenLöschenneeey neeey du hasts echt nich so mit der orientierung ;)
hör mir auf, ey.
AntwortenLöschendas kann man gar ne beschreiben, das kann man nur erleben.
ich hätts ja mal aufnehmen können und à la blairwitch project verhökern können.
Zum Aufnehmen benötigtst Du aber eine Kamera und die hast Du ja bestimmt wieder mal vergessen.
AntwortenLöschenTrotzdem, es war eine schöne, spannende Beschreibung Deiner Wanderung. Schreib doch ein Buch, da brauchst Du nur Stift und Zettel!
PS: Heute hat Deine Schwester Geburtstag!
ja das stimmt und mutti muss dich nicht dran erinnern :P
AntwortenLöschenJa, das stimmt. Du hast selbst dran gedacht und ihr eine schöne Überraschung geschickt. Ob es ihr gefallen hat, muß sie Dir selbst beantworten.
AntwortenLöschenWir wünschen Dir eine schöne Woche.
Gruß vom Mam und Paps.
Jetzt sind es ja schon weniger als 300 Tage geworden. Nicht mehr lange und ihr seid wieder hier, lol.
AntwortenLöschenLange nix mehr von Euch gehört, ist die Arbeit so stressig???
Gruß vom Mam u Paps